Löwe im Gras

Elephant Express im Hwange Nationalpark

Ein kleiner Zug, endlose Schienen, wilde Tiere und ein Gin Tonic in der untergehenden Sonne: Die Sundowner-Tour mit dem Elephant Express war für mich eines der absoluten Highlights meiner Reise durch Afrika.

Es gibt Safari-Erlebnisse, die kennt man. Die Pirschfahrt im offenen Geländewagen, das gespannte Warten am Wasserloch, der Sundowner mitten im Busch. Und dann gibt es Erlebnisse, die einen überraschen, weil sie so ganz anders sind. Die Fahrt mit dem Elephant Express gehört für mich definitiv dazu.

Als ich vor wenigen Tagen in den kleinen Zug stieg, ahnte ich noch nicht, wie außergewöhnlich dieser Nachmittag werden würde.

Wenn die Schienen mitten durch die Wildnis führen

Gemächlich setzt sich der Elephant Express in Bewegung. Vor uns liegen die Eisenbahnschienen, die sich scheinbar endlos durch die Landschaft ziehen. Kein Motorengeräusch eines Safari-Fahrzeugs, kein Rütteln über holprige Pisten. Stattdessen das rhythmische Rattern des Zuges, die Weite der afrikanischen Landschaft und dieses wunderbare Gefühl, einfach einmal entschleunigen zu dürfen.

Links und rechts der Strecke gibt es ständig etwas zu entdecken. Giraffen zeichnen sich elegant gegen den Horizont ab, Gnus ziehen durch das Buschland – und dann sind da tatsächlich Löwen!

Was für ein Erlebnis, diese Tiere aus einer so ungewöhnlichen Perspektive zu beobachten! Wir fahren nicht mit dem üblichen Safari-Fahrzeug durch die Landschaft. Wir sind auf Schienen unterwegs, mitten durch den Nationalpark, und die Wildnis entfaltet sich direkt vor unseren Augen.

Gerade dieses gemächliche Tempo macht den besonderen Reiz aus. Es bleibt Zeit, die Landschaft auf sich wirken zu lassen, den Blick schweifen zu lassen und sich einfach über das zu freuen, was sich entlang der Strecke zeigt.

Zwei Eisenbahner, unzählige Geschichten

Doch der Elephant Express ist weit mehr als eine ungewöhnliche Möglichkeit zur Tierbeobachtung. Einen ganz besonderen Charakter bekommt die Fahrt durch die Menschen, die sie begleiten.

Unser Zugführer Desmond und sein Kollege sind schon ihr ganzes Leben auf diesen Strecken unterwegs. Sie kennen die Eisenbahnlinien nicht nur aus ihrem heutigen Alltag, sondern auch aus einer Zeit, in der sie noch als Heizer auf Dampflokomotiven gearbeitet haben.

Ihren Geschichten zuzuhören, ist faszinierend. Plötzlich geht es nicht mehr nur um die Tiere und die Landschaft, sondern auch um die Geschichte der Eisenbahn, um jahrzehntelange Erfahrung und um ein Arbeitsleben, das eng mit diesen Strecken verbunden ist.

Man spürt, dass diese Männer ihre Arbeit nicht einfach nur erledigen. Sie haben eine ganz persönliche Verbindung zur Eisenbahn und zu den Wegen, die sich durch diese Landschaft ziehen. Ihre Erzählungen machen die Tour lebendig und verleihen ihr eine Authentizität, die kein noch so perfekt inszeniertes Erlebnis ersetzen könnte. Bei einer Arbeitslosenquote von ca 90 % in der Region istdas nur eine kleine Geschichte von vielen tollen Projekten, die von den Imvelo Lodges die ich besucht habe ins Leben gerufen wurden.

Eine Weiche mitten im Nirgendwo – und der perfekte Sundowner

Unterwegs halten wir an. Eine Weiche muss von Hand bedient werden. Ein kleines Detail vielleicht, das aber wunderbar zu dieser Fahrt passt: Hier ist nichts hektisch, nichts wirkt künstlich beschleunigt. Alles geschieht in seinem eigenen Tempo.

Anschließend geht es wieder zurück. Die Sonne steht inzwischen tief und taucht die Landschaft in dieses warme, goldene Licht, das Afrika am Abend so unverwechselbar macht.

Und dann ist da unser Gin Tonic.

Ganz ehrlich: Ein Gin Tonic schmeckt nach einem solchen Nachmittag noch einmal so gut. Während die Landschaft langsam im Abendlicht versinkt, genießen wir diesen besonderen Moment. Kein Zeitdruck, kein nächster Programmpunkt, den wir schnell erreichen müssen. Nur die Fahrt, die Weite, die Farben des Himmels und das Gefühl, gerade etwas wirklich Besonderes zu erleben.

Langsam sinkt die Sonne dem Horizont entgegen. Die Schienen führen uns zurück, während der Tag in der afrikanischen Wildnis zu Ende geht.

Was für ein Abschluss!

Mein Fazit: Ein Safari-Erlebnis der besonderen Art

Die Sundowner-Tour mit dem Elephant Express bekommt von mir eine glatte 10 von 10 Punkten.

Warum? Weil hier so vieles zusammenkommt, was ich an Reisen in Afrika liebe: außergewöhnliche Tierbeobachtungen, faszinierende Landschaften, persönliche Begegnungen und Erlebnisse, die man nicht einfach reproduzieren kann.

Der Elephant Express ist keine klassische Pirschfahrt. Er ist langsamer, entschleunigter und auf eine ganz eigene Weise aufregend. Dazu kommen die Geschichten der Eisenbahner und die besondere Atmosphäre, wenn die Sonne über dem Nationalpark untergeht.

Ich liebe solche Erlebnisse, die eine Reise um eine ganz neue Perspektive bereichern. Denn manchmal muss es nicht der nächste Game Drive sein. Manchmal reicht ein kleiner Zug, der sich gemächlich durch die Wildnis bewegt – und plötzlich wird aus einem Nachmittag eine Erinnerung, die bleibt.

Mein Tipp: Wenn du die Möglichkeit hast, den Elephant Express auf deiner Reise einzuplanen, solltest du sie unbedingt nutzen. Für mich war diese Fahrt ein echtes Highlight – und ein wunderschönes Beispiel dafür, wie vielfältig und überraschend Safari in Afrika sein kann.

Und jetzt würde ich am liebsten direkt noch einmal einsteigen. Gin Tonic inklusive!

Der Elephant Express

Zugführer Desmond

Giraffen am Zug

Löwen im Gebüsch am Zug

manuelle Weichenstellung

Schöner Sonnenuntergang