Bericht - 5 Tage Mobile Camping in Botswana - Destination Afrika
Zebras im Etosha Nationalpark

Bericht - 5 Tage Mobile Camping in Botswana

Datum: 07.12.2016 Kategorie: Botswana

Habt Ihr schon einmal darüber nachgedacht, während Eurer Safari ganz im Einklang mit der Natur zu übernachten? Wie ist das, wenn man in einem Zelt wohnt, umringt von den geheimnisvollen Geräuschen des Busches? Ist das überhaupt komfortabel?Genau das wollte Luise in Botswana herausfinden - unsere Teilnahme an der Botswana Travel und Tourism Expo hat sie deshalb gleich mit einer 5 tägigen "Mobile Camping Safari" verbunden.

Was heißt "Mobile Camping Safari"? Es ist eine etwas komfortablere Form des normalen Campings - die Zelte sind keine Iglo Zelte, sondern einiges größer. Sie verfügen über ein Feldbett mit dicker, bequemer Matratze und einen direkt angeschlossenen, uneinsehbaren Bereich mit einer Eimerdusche und einem sogenannten Plumpsklo. Man teilt sich diese Dinge also nicht. Ein separates Team fährt mit all diesem Equipment voraus und baut die Zelte auf und ab, sodass wir uns um nichts weiter kümmern müssen.

Die Tour zur Khwai Concession, nach Savuti und in den Chobe Nationalpark war ein Teilstück unserer 9 tägigen Reise "Okavango und Savuti"  - per Klick auf den Titel könnt Ihr Euch die gesamte Reise ansehen und - wenn Euch der Botswana Virus befallen hat - buchen.

Lest selbst:


Himmel über Botswana – das ist Afrika!

Botswana – das ist endlose Weite, die mystische Kalahari, sagenumwobene Makgadikgadi Pans und einem grünen Juwel in dieser sonst so trockenen Gegend – dem Okavango Delta.

Wir haben es erlebt – im offenen Safari Landrover von Maun bis zur Khwai Community Concession und zurück über Savuti zum Elefantenparadies Chobe Nationalpark. Eine Reise mit vielen Abenteuern, hunderten Kilometern Tiefsandpiste, unglaublich vielen Tierbegegnungen, pittoresken Baobabs und tagelang kaum einem Menschen.

Botswana ist eine wahre Perle in Afrika! Hier sind die Elefanten noch nicht fast ausgestorben, sondern wanderten zahlreich nachts durch unser Camp und an unserem Zelt vorbei. Botswana ist ein Land abseits von Unruhen und Unsicherheiten, in dem wir uns wirklich sehr sicher gefühlt haben. Es ist ein Land der Farben und Kontraste: Weiße Salzpfannen, Blauer Himmel, Rote Erde.

Tag 1 – Khwai, wir kommen / schlafwandelnde Hyänen:

Unsere Reise beginnt am kleinen Flughafen in Maun. Die winzige Stadt ist der Dreh- und Angelpunkt für alle Reisenden zum Okavango Delta und zu den nördlichen Nationalparks. Wir treffen hier auf unseren Reiseleiter, unseren Guide Shaka, der uns sofort hinaus zu unserem Fortbewegungsmittel der nächsten Tage geleitet : Ein echtes Safari Fahrzeug, ein offener Toyota Landcruiser erwartet uns. Ausgestattet mit allem was wir brauchen – 9 bequeme Sitplätze mit perfekter Rundum Sicht, eine riesengroße, bereits gut bestückte Kühlbox, Ladetower mit Stecker und USB Anschluss für Handys, Akkus und Kameras, Regencapes (brauchen wir die?) und Notfallkoffer. Die Reise beginnt, wir machen uns auf den Weg, die Zivilisation zu verlassen – dort wo uns unsere Reise hinführt, gibt es keine Elektrizität und keine Versorgungsmöglichkeiten. Deshalb gehören zu unserem Safari Team noch 3 Boys, die mit einem zusätzlichen Fahrzeug, welches mit unseren Zelten und sämtlichem Proviant der nächsten Tage beladen ist, schon voraus gefahren sind.

Wir brausen zunächst noch auf einer geteerten Straße in Richtung Khwai Community Concession, nahe dem Moremi Game Reserve. Shaka hat es bereits angekündigt – uns erwarten ungefähr 4 Stunden Fahrzeit und – es wird „bumpy“. Mit Entfernungen ist es in Botswana und generell in Afrika so eine Sache – was auf der Karte kurz aussieht oder sich anhört (was sind 80 km ? ), kann auf Schotter- oder Tiefsandpisten ganz schön lang und anstrengend werden.

Die Sonne brennt erbarmungslos. Unterwegs genießen wir in der Hitze die ersten kühlen Getränke aus unserer Box und fahren vorbei an kleinen Dörfern und ebenso interessanten Hindernissen: Ein paar Esel bleiben störrisch auf der Straße stehen, Rinder und Ziegen laufen urplötzlich auf die Fahrbahn, Kinder spielen am Straßenrand und winken uns fröhlich zu. Dieses Treiben zaubert uns ein Lächeln auf die Lippen – es fährt sich so ganz anders als auf deutschen Autobahnen… Die asphaltierte Piste weicht sehr bald einer Schotterpiste. Tatsächlich werden wir unglaublich durchgerüttelt, trotz der nun sehr niedrigen Fahrgeschwindigkeit. Uns macht es nichts aus, wir drei genießen die warme Sonne und die Vorfreude auf unser erstes Camp.

Endlich ist es so weit – es dämmert schon , als wir die Khwai Community Concession erreichen und in Richtung unserer Campsite fahren. Wir sichten die ersten Elefanten und Springböcke. Die Vegetation wird grüner und dichter, die Straße wird zur Sandpiste – nun kommt das offroad Gefühl auf. Shaka nimmt alle Schwierigkeiten gelassen und steuert mit dem Allrad geschickt durch die tiefsten Furchen. So geht also Tiefsand fahren.

Es ist soweit und fast schon dunkel. Wir erreichen unser Camp – hier brennt bereits ein gemütliches Lagerfeuer. Die Boys haben unsere Zelte schon aufgebaut, inmitten des Busches unter Bäumen – wir sind angekommen und fühlen uns sofort in alte Pionierzeiten zurück versetzt: Jeder von uns hat sein eigenes Zelt, in großzügigem Abstand nebeneinander. Die Zelte sehen komfortabel aus. Wir richten uns ein und sehen nun zum erstenmal unseren Wohnkomfort: Eine kleine Waschmöglichkeit mit Spiegel draußen vor dem Zelt, im geräumigen Inneren ein Feldbett, ein kleiner Tisch und rundum eine Wäscheleine gespannt. Voller Spannung öffnen wir den Reißverschluss an der Rückseite unserer Zelte und sehen zum erstenmal unser Bad – eine Eimerdusche und das Plumpsklo! Unter freiem Himmel. Mitten in der Wildnis begleitet von den Geräuschen der Natur – uns gefällt es außerordentlich gut.

Wir machen uns kurz frisch und gehen gleich hinüber in unser „Restaurant“ – ein offener Zeltpavillion mit großem Esstisch. Unser Safari Koch hat bereits ein schmackhaftes Abendessen zubereitet und eröffnet das kleine Buffet.

Unser erstes Abendessen unter dem Sternenhimmel Botswanas! Die Zikaden geben ein Konzert und in der Nähe brüllt ein Löwe. Wir besprechen am Lagerfeuer gerade unsere Planung für den morgigen Tag, als Shaka plötzlich in Richtung eines Baumes deutet – eine riesige Hyäne ist schemenhaft zu erkennen. Wir sind ganz ruhig und beobachten, wie sie sich zwischen Bäumen und Büschen unseres Camps hin und her bewegt. Schließlich verschwindet sie so leise, wie sie gekommen ist. Wir sind glücklich – das ist Afrika!

Wir lauschen noch weiter in den Busch hinein, über uns die funkelnden Sterne. Die Müdigkeit übermannt uns schließlich – wir verabschieden uns und fallen totmüde auf die dicke und komfortable Matratze unserer Feldbetten. Es wird eine geruhsame Nacht im Busch – oder nicht? Ein Poltern und ein eigenartiges Hecheln lässt mich hochschrecken. Bin ich wach oder träume ich? Durch das Moskitonetzfenster nehme ich direkt vor meinem Zelt Bewegungen wahr, dann höre ich ein Poltern und das Licht draußen verändert sich. Ich nehme meinen Mut zusammen und gehe ganz dicht an den vorderen Zelteingang. Nun trennt mich nur noch die mit Reissverschluss geschlossene Moskitionetztür von dem, was ich da sehe: Eine riesige Hyäne steht vor mir, sie hat meine Solarlampe umgeworfen und überlegt nun wohl, was sie als nächstes tun möchte. Auge in Auge mit einer Hyäne – ich schalte schnell meine Kopflampe wieder aus, um sie nicht zu reizen. Langsam gehe ich zurück in Richtung meines Bettes und warte…. Dann plötzlich dreht mein Besucher sich um und läuft zurück in den Busch… Gute Nacht

Tag 2 – Rain drive und Invasion der fliegenden Termiten

Unser Tag beginnt um 5 Uhr – wir werden nicht nur von unserem Guide, sondern auch von einem wohlbekannten Geräusch geweckt: Regen prasselt auf unsere Zelte! Draußen haben sich bereits Pfützen gebildet. Es ist jedoch warm und wir beschließen, unseren heutigen Tag mit einem Game Drive zu verbringen. Eigentlich wollten wir eine Mokoro Tour machen , mit einem traditionellen Kanu durch die Flusskanäle treiben. Leider erlaubt es aber der enorme Regen nicht.

Nach dem Frühstück und einem über glühenden Kohlen zubereiteten,starken Kaffee überreicht Shaka uns riesige Regencapes und wir starten mit unserem Landrover, um die Khwai Region zu erkunden. Shaka verkündet uns, das es heute kein guter Tag für viele Tiersichtungen werde. So ist es auch. Bei unserer Fahrt durch Schlamm- und Wasserlöcher (was uns riesigen Spaß bereitet), sehen wir zwar viel von dem nun sehr grünen Busch, doch es lassen sich nur wenige Tiere blicken. Lediglich ein paar Baboons, Hippos und zwei Elefanten lassen sich blicken. Wir genießen dennoch diese eindrucksvolle Landschaft und das Offroad Fahren – wir fühlen uns ein wenig wie Crocodile Dundee oder Indiana Jones.

Inzwischen hat es aufgehört zu regnen und die Dunkelheit setzt ein – unser Night Game Drive beginnt. Da das Fahrzeug nicht mit Dachspots ausgestattet ist, leuchten wir mit einem riesigen Handscheinwerfer während der Fahrt die Gegend aus, auf der Suche nach den nachtaktiven Tieren. Wir werden fündig und beobachten ein paar Löwen am Fluss, wir sehen die Hippos mit ihren Babys, und auch ein paar Bush Babys. In der Nacht nehmen wir die Fahrt ganz anders wahr – wenn wir anhalten sind wir von unzähligen Geräuschen umringt, die wir nicht alle einordnen können.

Zurück im Camp bereiten wir unseren Tisch zum Abendessen vor. Das Essen steht auf dem Tisch und wir schalten unsere LED Lampen ein. Doch was ist das? Bereits nach wenigen Sekunden können wir nicht mehr sehen, was wir auf unserem Teller haben. Schuld ist nicht die Dunkelheit, sondern das, was sowohl auf dem Tisch, dem Essen und auch über uns in Heerscharen einfällt. Sie sind groß, haben weiße Flügel und sind in tausenden einfach überall. An Essen ist nicht zu denken. Wo immer Licht ist, sind auch sie: Fliegende Termiten. Es ist Paarungszeit. Das Licht zieht die Weibchen mit den großen Flügeln an und die Männchen folgen und so ergibt sich ein Tandemflug. Sie lassen sich einfach überall nieder. Während der Paarung verlieren die Termiten dann die Flügel und gelangen zurück auf den Boden. So etwas haben wir noch nie gesehen und auch unser Guide Shaka sagt, dass er eine solche Invasion selten erlebt habe.

Wir entscheiden uns, noch einmal frisches Essen aufzutragen und dabei gänzlich auf Licht zu verzichten, denn nur so können wir termitenfrei essen. Es wird ein dinner in the dark – sehr abenteuerlich, denn es ist stockdunkel. Interessant ist, dass es umso intensiver schmeckt und wir auch viel langsamer essen. Wir sind eben im Busch – das ist Afrika!

In dieser Nacht verläuft alles ruhig, keine Hyänenbesuche. Manchmal raschelt es, doch die vorbeilaufenden Elefanten beruhigen uns eher, als dass wir uns ängstigen. Wir schlafen wie die Murmeltiere.

Tag 3: Von Khwai nach Savuti - ein aufgregender Tag

Heute haben wir wieder eine lange Fahrt vor uns – eigentlich ist es ein Game Drive über den ganzen Tag bis hin zu unserem nächsten Camp. Wieder heißt es um 5 Uhr aufstehen und nach einem kurzen Frühstück geht es auch schon los. Wir starten in den Busch und die Boys bauen unser Camp ab.Heute scheint wieder die Sonne – es wird ein heißer Tag. Kaum sind wir um die erste Kurve gefahren, erspähen wir ihn fast alle gleichzeitig: Ein Leopard!

Das majestätische und wunderschöne Tier sitzt unbeweglich auf einem Baumstamm und beobachtet die grasenden Springböcke in der Sonne. Wir fahren bis auf 5 / 6 Meter heran und beobachten den Leoparden. Es gelingen uns die ersehnten Nahaufnamen und wir können jede Bewegung studieren. Wer diese Tiere jemals aus solcher Nähe gesehen hat weiß, dass es eine einzigartige Begegnung ist. Glücklich setzen wir unsere Fahrt fort – vorbei an unzähligen Elefanten, Kudus und Krokodilen. Am Flussufer aalen sich zwei unglaublich riesige Krokodile in der Sonne und seelenruhig gehen gleich daneben Fischreiher auf die Jagd. Eine Baboon Familie sammelt die zahlreichen Insekten vom Boden und die jüngeren Baboons jagen sich die Bäume hinauf und hinab. Oh, wie schön ist Afrika!

Schon sehen wir unser nächstes Highlight: Die seltenen, afrikanischen Wildhunde. Wir fahren direkt auf die große Gruppe zu. Die Wildhunde haben eine unglaublich bunte Färbung, die jedoch optimal den Farben des Busches angepasst ist. Die Gruppe hat einige Jungtiere dabei und sie sonnen sich oder spielen miteinander. Wunderschön anzusehen – sie sind überhaupt nicht scheu. Eines der Tiere kommt schwanzwedelnd direkt an unser Fahrzeug – wir sind begeistert.

Dann geht es weiter – wir fahren auf kleinen Pfaden über Stock und Stein und vor allem durch tiefen Sand. Shaka erspäht während der Fahrt aus dem Landrover heraus auf der Sandpiste die Spuren eines weiteren Leoparden. Wir folgen den Spuren. Schließlich führt uns die Spur an einen großen Baum. Wir sehen nach oben und da liegt er, der Leopard! Ganz gemütlich schläft er auf einem Ast, mit herabhängenden Beinen und gelegentlichem Blinzeln. Ein perfektes Motiv.

Nachdem wir auch diesen Leoparden ausgiebig beobachtet haben geht die Reise weiter – unterwegs begegnet uns noch ein großer Waran, der aus dem Wasser kommend über die Sandpiste läuft. Die Vegetation verändert sich, wir haben die Khwai Region hinter uns gelassen kämpfen uns hunderte Kilometer durch die Tiefsandpisten und über heftige Bodenwellen. Unterwegs begegnet uns keine Menschenseele. Langsam nähern wir uns Savuti, dem Elefantenland. In der Regenzeit ist die Region sehr schwer zu befahren. Aber Wildblumenteppiche, Tierbabies, das grüne Land und die Einsamkeit sind ein wenig Schlamm am Knöchel wert. Bis zu 25.000 Zebras und Gnus wandern zu Beginn der Regenzeit November-Dezember von Liyanti in die Mababe Gegend.

Zebras sehen wir in der Savuti-Marsch eine Menge – die Marsch ist ein großes Feuchtgebiet, was sich im Laufe der Jahre und der Jahreszeiten verändert. Schließlich erreichen wir unser neues Camp, es liegt direkt am ausgetrockneten Savuti Channel. Da wir bereits am Mittag ankommen, bleiben uns hier nun 4 Stunden Zeit zum Duschen und die Seele baumeln zu lassen, bevor wir noch einen kurzen Sundowner Ausflug machen. An unsere Eimerduschen haben wir uns schnell gewöhnt und es macht sogar richtig Spaß, so einfach und naturverbunden zu leben. So ganz ohne Elektrizität, ohne Handyempfang und nur wir unter uns. Es ist herrlich ruhig und erholsam, einfach dazusitzen, den Geräuschen zu lauschen und ein Buch zu lesen oder vor sich hin zu dösen.

Die Boys haben über der Feuerstelle einen Schokoladenkuchen gebacken und wir nehmen unsere Tea Time ein. Frisch gestärkt sitzen wir gleich darauf im Landy und fahren wieder in die Wildnis. Shaka hat für unseren Sundowner ein idyllisches Wasserloch ausgesucht – hier tummeln sich eine Menge Hippos, die ihre unglaublich lauten Geräusche von sich geben. Bei Wasser, Gin Tonic und Wein lassen wir diesen aufregenden Tag ausklingen. Zurück im Camp genießen wir unser Abendessen und sitzen dann noch für eine Stunde gemeinsam unter dem unglaublichen Sternenhimmel am Lagerfeuer, bevor wir in unsere Betten fallen – nach wenigen Sekunden fallen wir begleitet von den Geräuschen des Busches in einen tiefen Schlaf.

Tag 4 – wir entdecken Savuti und die Flucht vor der Black Mamba

Ganz luxuriös dürfen wir heute bis 5.30 schlafen. Während des Frühstücks merken wir schon die enorme Hitze und Luftfeuchtigkeit. Auch während der Fahrt ist keine Abkühlung in Sicht – selbst der Fahrtwind ist heiß. Wir dösen zunächst vor uns hin, bis einer von uns aufgeregt ruft: Da, da klettert was komisches den Baum hoch. Per Fernglas findet Shaka heraus: Es ist ein Leopard und er hat ein totes Impala zwischen den Zähnen. So ein unglaubliches Glück hat man selten. Wir fahren sehr, sehr langsam heran und müssen zwischendurch einigen Hindernissen ausweichen. Der Leopard klettert sehr schnell trotz des großen Gewichtes, was er zu tragen hat. Schließlich sind wir nah genug dran, um erkennen zu können, daß die Großkatze ihr Opfer bereits über einen Ast gehängt hat und schon wieder auf dem Weg nach unten ist. Wir sind beeindruckt von der Kraft und Geschicklichkeit des Leoparden. Der Anblick des toten Impalas hoch oben auf dem Ast ist ein wenig skurril, doch das ist Afrika!

Dann begeben wir uns zurück auf die Piste und nicht bald darauf sehen wir am Wegesrand vereinzelte Schildkröten – keiner von uns hat mit Schildkröten gerechnet. Gerade wollen wir weiterfahren, als wir eine Schlange sehen, die sich durch die Gräser schlängelt. Unser Guide sagt, wir dürfen aussteigen und uns der Schlange vorsichtig nähern, bevor Sie in einem kleinen Busch verschwindet. Langsam bewegen wir uns ein paar Meter heran, bis wir erkennen können, dass es eine, wenn auch noch kleine, Cobra ist. Glänzend schlängelt sie sich voran. Während wir noch ganz fasziniert sind, hören wir unseren Guide plötzlich eindringlich flüstern „Move, move, don’t turn around and hurry up, be calm and be careful, straight to the vehicle, get in fast“. Wir haben plötzlich ein sehr ungutes Gefühl, können aber nichts hören und vor uns nichts anderes sehen als die Cobra. Also laufen wir, ohne uns umzublicken schnell zum Fahrzeug und springen hinein. Dann blicken wir auf die Stelle, an der wir gestanden haben – dort sehen wir eine weitere Schlange! Sie ist sehr dunkel und bewegt sich unglaublich schnell und aggressiv. Shaka ist auch bereits im Landy und sagt nur: Black Mamba! Wir sind ganz still und etwas geschockt. Die Black Mamba ist nicht nur die längste Schlange Afrikas, sondern sie ist eine der gefährlichsten und tödlichsten Schlangen der Welt.

Unser Guide ist sprachlos – welch ein Glück, dass er die Mamba mit geschultem Auge schon weitem hatte kommen sehen. Diese eher unliebsame Begegnung haben wir so schnell nicht vergessen und der Schreck saß bis zum Abend in unseren Gliedern. Auch das ist Afrika!

Tag 5: Abschied von Savuti – willkommen Chobe

Wie schnell sind doch die Tage vorbeigezogen – jeder Tag voller neuer Erlebnisse, Gerüche, Begegnungen und wir haben uns noch mehr in Botswana verliebt. Wehmut macht sich breit, denn heute ist der letzte Tag unseres Abenteuers in diesem so gigantisch schönen Buschparadies. Wir verspüren so gar keine Lust, in die Zivilisation zurück zu kehren. Vor uns liegt noch einmal eine stundenlange Fahrt durch unsere geliebten Tiefsandpisten in Richtung Kasane.

Heute sehen wir überwiegend afrikanische Vögel und vereinzelte Elefanten. So haben wir Gelegenheit, ein wenig unseren Gedanken nachzuhängen und die letzten Tage Revue passieren zu lassen. Zum Lunch halten wir unter schattigen Bäumen und stellen nach kurzer Zeit fest – hier sind jede Menge Ameisen. Also wechseln wir erneut den Standort und statt der Ameisen grasen einige Elefanten in der Nähe. Wir sind ganz in unsere Mahlzeit vertieft, als wir plötzlich ein lautes Tröten hinter uns hören. Wir drehen uns um und sehen uns einem Elefanten gegenüber, nur wenigen Meter trennen ihn von uns. Der junge Bulle hat sich von der Gruppe entfernt und ihm scheint es nicht zu gefallen, dass wir hier unser Mittagessen einnehmen. Er stampft mit dem Fuß auf den Boden und hat seine Ohren weit ausgebreitet. Immer wieder schüttelt er den Kopf, geht ein paar Schritte nach vorn und wieder zurück. Böse blickt er uns an. Unser Guide weiß – wir müssen zügig diesen Platz verlassen, sonst wird es ungemütlich. Auf die Wut des jungen Elefanten können wir gut verzichten und packen schnell zusammen. Als wir davon fahren hebt der Elefant noch einmal seinen Rüssel und geht dann zurück zu seiner Gruppe.

Nach einigen Stunden erreichen wir Kachikau, dort beginnt wieder die Teerstraße, auf der wir weiter nach Kasane fahren. Nach den Tagen im einsamen und ruhigen Busch fühlen wir uns ein wenig überfordert von den Menschen und dem Verkehr auf der Straße. Es ist eine völlig andere Welt. Unsere Lodge der nächsten Tage liegt am Rande von Kasane und ist im Vergleich zu unseren kleinen, gemütlichen Zelten ein Luxus-Palast, eine künstliche Oase. Noch sind wir nicht sicher, ob wir uns daran gewöhnen möchten. Wir verabschieden uns schwermütig von unserer tollen Zeit in der Abgeschiedenheit der Wildnis Botswanas.

Ein wenig leichter macht es uns der Gedanke, dass wir ganz sicher wieder zurück kehren werden. Botswana hat noch so viele unentdeckte Geheimnisse zu bieten, dass wir es kaum erwarten können bis die nächste Reise ansteht.

Fazit:

Wer die Natur liebt und tatsächlich mitten im Busch sein möchte, dem lege ich diese Art Safari an's Herz. Mehr Busch, mehr Afrika Gefühl geht einfach nicht. Die Abende am Lagerfeuer, das Kochen und Speisen zubereiten über der Feuerstelle oder glühenden Kohlen, umringt von Tieren und Geräuschen - es ist ein einmalig intensives und unvergessliches Erlebnis. Die Zelte sind geräumig, sauber und gemütlich. Ganz nebenbei führt die Route durch einige der Hotspots Botswanas, sodass auch die Wildtierbegegnungen hier garantiert sind.

Mobile Camping - Ja! Botswana - Ja! Afrika - Ja!